Alle reden von Arbeitszeitverlängerung. Wir nicht!


Im Frühjahr 2005 gründeten wir mit unseren Partnern - der Arbeitnehmerkammer Bremen, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), dem DGB und seinen Einzelgewerkschaften, attac bremen, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und dem Forum 'Zeiten der Stadt' -  die Bremer Arbeitszeitinitiative. Sie will der von Arbeitgebern, Medien und Wirtschaftswissenschaften verbreiteten Propaganda, Arbeitszeitverlängerung sei die Lösung der deutschen Standort- und Arbeitsmarktprobleme, argumentativ und praktisch etwas entgegensetzen.

 

Arbeit für alle und mehr Zeit zum Leben durch Arbeitsumverteilung statt Arbeitszeitverlängerung ist das Ziel der Bremer Arbeitszeitinitiative, für das sie die in Bremen vorhandenen Kräfte bündeln und mobilisieren will.

 

Mit Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen und praktischen Vorschlägen wollen wir

  • auf die verheerenden Folgen von Arbeitszeitverlängerung aufmerksam machen: für Beschäftigte und deren Gesundheit, für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte, für alle, die (wieder) in den Beruf einsteigen wollen, für das Zusammenleben der Geschlechter, für das Familienleben, für alle sozialen Beziehungen und die Entwicklung unseres Gemeinwesens.
  • Anhand gelungener Beispiele von Arbeitszeitverkürzung wollen wir zeigen, wie durch Arbeitszeitverkürzung Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen, die Qualität der Arbeit verbessert und die Lebensqualität der kürzer Arbeitenden erhöht werden konnten.
  • Und schließlich wollen wir praktische Lösungswege erarbeiten, wie durch Umverteilung von Arbeit – anstelle von Arbeitszeitverlängerung – Beschäftigung geschaffen und die Qualität von Arbeit und Leben verbessert werden kann.

Im Sommer 2005 trat die Bremer Arbeitszeitinitiative erstmals mit ihrem Aufruf »Arbeit für alle – mehr Zeit zum Leben« an die Öffentlichkeit. Durch seine breite Verteilung und Diskussion in Betrieben und Verwaltungen, Kirchengemeinden und gesellschaftlichen Institutionen sollte auf die Unsinnigkeit von Arbeitszeitverlängerung aufmerksam gemacht werden. Es folgten eine Vielzahl von Veranstaltungen über aktuelle Modelle gelungener Arbeitszeitverkürzung ( "Weniger ist mehr" ) und die verschiedenen Angriffe auf unsere Zeit wie betriebliche Arbeitszeitverlängerung, Rente mit 67 und längere Ladenöffnungszeiten ("Angriff auf unsere Zeit").

 

Im Zusammenhang mit ersten Ansätzen, solche Angriffe u.a. durch eine Allianz für den arbeitsfreien Sonntag abzuwehren, kamen KollegInnen aus dem Einzelhandel, der Bremer Jugendring und der Landessportbund Bremen zur Initiative dazu.

 

Während der eine Teil der Menschen gezwungen wird, immer länger erwerbstätig und jederzeit verfügbar zu sein, wächst die Zahl der Menschen, die überhaupt keine Erwerbsarbeit mehr haben. Bezahlte Arbeit ist nicht unbegrenzt verfügbar. Jede Stunde längere Arbeitszeit mindert die Chancen der Erwerbslosen auf einen Arbeitsplatz. Arbeitszeitverlängerung ist auch eine Bedrohung für die Jugend. Die Anzahl der Arbeitsplätze wird geringer, Auszubildende werden nach der Ausbildung meist nicht mehr beschäftigt, die Chancen auf einen Arbeitsplatz werden ungewiss.

Diese Thesen haben wir in unserem ABC der Arbeitszeitverkürzung näher ausgeführt!

 

Alle an einer gerechteren und lebbaren Verteilung von Arbeit und Zeit zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen, zwischen Männern und Frauen, zwischen Jung und Alt Interessierten sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Kontakt

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Wir freuen uns, dass wir nach zehn Jahren gemeinsamer Arbeit eine Rekapitulation unserer Aktivitäten präsentieren können:

Download
10 Jahre Bremer Arbeitszeitinitiative
Entstehung, Aktivitäten und Wirkung 2005 - 2015
Dokumentation 10 Jahre BAZI_DOC.pdf
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