Die Regierung will den Acht-Stunden-Tag durch wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen. Gewerkschaften laufen Sturm und auch für die SPD ist das heikel, sie hat bei klassischen Arbeitern an Rückhalt verloren. Wird das Vorhaben zum Stolperstein für das große Reformpaket bis Sommer?
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Längere Arbeitszeiten: Wie soll das gehen? Eltern haben schon jetzt enorme Schwierigkeiten, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Es fehlt an verlässlicher Kinderbetreuung.
Wirtschaftslobbyisten trommeln für eine Ausweitung der Erwerbsarbeitszeiten. Doch dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen, insbesondere für Erwerbstätige mit Kindern oder anderen Sorgeverpflichtungen. Da hapert es häufig, zeigen neue Daten des WSI: 54 Prozent der erwerbstätigen oder arbeitsuchenden Eltern, die eigentlich eine externe Kinderbetreuung in einer Kita, bei Tageseltern oder in einer schulischen Ganztagsbetreuung nutzen, waren im Herbst 2025 an einem oder mehreren Tagen mit Kürzungen der Betreuungszeiten oder kurzfristigen Schließungen der Einrichtung konfrontiert, beispielsweise wegen Personalmangels. Das ergibt sich aus der jüngsten Welle der WSI-Erwerbspersonenbefragung.
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Wenn der Tarifvertrag die Wahl lässt: Rund 60 Prozent entscheiden sich für mehr Zeit.
Tarifliche Wahloptionen geben Beschäftigten die Möglichkeit, sich zwischen höherem Verdienst und zeitlicher Entlastung zu entscheiden. Die Mehrheit wählt mehr Zeit, zeigt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Besonders häufig entscheiden sich dafür Frauen und Beschäftigte in Betrieben, die ein belastendes Arbeitsklima haben oder wenig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun.
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In Zeiten umkämpfter Rechte von Beschäftigten und permanenten Angriffen auf den Sozialstaat formuliert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen sehr deutlich, wie eine gute Arbeitswelt und ein starker Sozialstaat aus Sicht der Beschäftigten aussehen.
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Sind die Deutschen zu faul? Zu häufig krank? Zu unambitioniert? Seit Monaten tobt die Debatte deutschlandweit und auch in Bremen und Bremerhaven. Die einen fordern eine "48 Stunden Woche", andere identifizieren die "Lifestyle-Teilzeit" als Feindbild der gesamtdeutschen Wettbewerbsfähigkeit.
Aber gibt es überhaupt ein Fleißproblem? Und wie sieht die junge Generation die Diskussion?
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Die Servicestelle Beruf und Familie der LABEW+ lädt zum digitalen Mittagsimpuls ein: „Partnerschaftliche Vereinbarkeit für Eltern – wie familienfreundliche Maßnahmen Karrieren fördern und Mitarbeitende binden“.
Viele Familien wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Sie ermöglicht Vätern mehr Zeit für die Familie und Müttern höhere Erwerbsbeteiligung, was dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. In der Praxis übernehmen jedoch meist Mütter den größeren Anteil der Sorgearbeit und reduzieren ihre Erwerbstätigkeit, während Väter stärker im Beruf eingebunden bleiben.
Wie betriebliche Lösungen zur Ermöglichung einer partnerschaftlichen Vereinbarkeit aussehen können, diskutieren wir anhand guter Praxisbeispiele. Instrumente wie flexible Arbeitszeiten, längere Elternzeiten, Ermöglichung von vollzeitnaher Teilzeit, eine väterfreundliche Führungskultur und ein professionelles Wiedereinstiegsmanagement – all das sind wirksame Angebote.
Mehr Vollzeitarbeit, aber anders!
AG ArbeitFairTeilen von Attac fordert Kurze Vollzeit
vom 13.02.2026
Die aktuellen Forderungen des CDU-Wirtschaftsrats nach Abschaffung der Teilzeitarbeit offenbaren einen menschenfeindlichen Blick auf lohnabhängige Tätigkeit: Der Wert des Menschen wird bei diesen Plänen an seiner Bereitschaft, lohnabhängig zu arbeiten, bemessen. „Für das Bedürfnis nach Zeit für anderes, sei es für sich oder im Dienst von Familie oder Gesellschaft, braucht es offenbar eine Rechtfertigung“, sagt Margareta Steinrücke, eine der Sprecher*innen der Attac-Arbeitsgemeinschaft ArbeitFairTeilen. In einem Punkt stimmt die AG dem CDU-Wirtschaftsrat allerdings zu: Teilzeitarbeit ist nicht immer eine gute Lösung. Insbesondere für Frauen ist sie häufig eine Teilzeitfalle mit nicht existenzsicherndem Einkommen, Karrierehindernissen und Altersarmut erzeugenden Rentenbeiträgen. Außerdem arbeiten auch viele unfreiwillig in Teilzeit.
Damit aber Vollzeit für alle zugänglich wird, muss sie die Gründe berücksichtigen, warum Menschen in Teilzeit gehen: wegen Kinderbetreuung und Pflege, die meistens bei den Frauen hängenbleibt; aus gesundheitlichen Gründen, weil die übliche Vollzeitarbeit in vielen Bereichen krank macht und dazu führt, dass Menschen das normale Rentenalter nicht erreichen; weil viele Menschen die Arbeitsbedingungen so schlecht finden, dass sie versuchen, sich diesen durch Teilzeitarbeit wenigstens teilweise zu entziehen; aber auch um sich ehrenamtlich betätigen zu können oder weil die Hauptarbeit, wie zum Beispiel im kreativen Bereich, kein ausreichendes Einkommen erzeugt. „Viele dieser Menschen würden gerne in Vollzeit arbeiten, wenn diese nur so lang wäre, dass sie mit Familienarbeit und Ehrenamt vereinbar und gesund bis zur Rente leistbar wäre“, sagt Margareta Steinrücke. Deshalb braucht es eine flächendeckende sogenannte Kurze Vollzeit zwischen 28 und 32 Stunden für alle. Eine solche würde mit den Sorgeverpflichtungen vereinbar sein, weniger krank machen und dadurch das enorme Arbeitskraftpotential der Frauen, der arbeitsbedingt Kranken und derer, die jetzt das Rentenalter nicht mehr erreichen, heben.
Versuche mit einer 32-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich zeigen, dass Kranken-, Kündigungs- und Fehlerquote drastisch sinken und auf der anderen Seite Vereinbarkeit, Zufriedenheit und Motivation signifikant steigen und dadurch auch die Produktivität (um circa 20 Prozent bei gleichbleibendem oder sogar leicht steigendem Umsatz). „Die an den Versuchen teilnehmenden Betriebe waren so überzeugt von den Ergebnissen dieser ‘Kurzen Vollzeit’, dass sie diese zu über 90 Prozent dauerhaft beibehalten wollen“, sagt Stephan Krull von der AG ArbeitFairTeilen. Deswegen braucht es eine neue kürzere Normalarbeitszeit für alle, die so attraktiv und machbar ist, dass ausreichend viele Menschen freiwillig in Vollzeit arbeiten. Damit erledigen sich auch alle Forderungen nach einem Verbot von Teilzeitarbeit.
Vier-Tage-Woche, Tageshöchstarbeitszeit, Remote Work und flexible Arbeitszeit-Modelle: Unsere Vorstellungen von Arbeitszeit und Freizeit verändern sich rasant. Doch wie lässt sich eine gute Balance finden — zwischen den Bedürfnissen der Beschäftigten und den Anforderungen der Unternehmen?
Der zweite Abend des EKD-Wirtschaftsforums widmet sich den Themen „gute Arbeit und starke Wirtschaft“: Welche Wege führen zu mehr Selbstbestimmung, Fairness und einem anhaltendem Produktivitätsfortschritt?
Impulse: Yasmin Fahimi, DGB – Steffen Kampeter, BDA Theologischer Kommentar: Prof. Dr. Thorsten Meireis
Moderation: Laura Bekierman, Team Arbeit und Wirtschaft, LK Hannovers
Die Anmeldung ist hier möglich.
Arbeitszeit soll nach dem Willen der Bundesregierung flexibler werden. Mit der Konsequenz, dass Arbeitstage von 12 bis 13 Stunden möglich werden. Dagegen machen der DGB mit der Kampagne "Mit Macht für die 8" mobil.
Ver.diKolleg*innen aus verschiedenen Branchen erklären, wie sich diese Verlängerung der Arbeitszeit für sie auswirken würde. Die Statements sind auf der Kampagnenseite von ver.di zu sehen.
Diese öffentliche Veranstaltung, die von der EFA-Grünen Fraktion im Europäischen Parlament ausgerichtet und vom European Work-Time Network unterstützt wird, bringt Forscher, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger zusammen, um das Potenzial der Arbeitszeitverkürzung als Weg zu sinnvollerer Arbeit, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Gerechtigkeit zu untersuchen.
Die Anmeldung für eine virtuelle Teilnahme erfolgt hier.
An diesem Webinar des European Work-Time Network nimmt Suryadeepto Nag teil, Doktorand an der Universität Lausanne, um zu erörtern, wie sich eine Arbeitszeitverkürzung auf den Globalen Süden auswirken könnte. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 26. November, um 13 Uhr Brüsseler Zeit online statt. Unser Referent wird einen kurzen Vortrag zu diesem Thema halten, gefolgt von einer Fragerunde für das Publikum.
Suryadeepto Nag ist Doktorand an der Universität Lausanne und beschäftigt sich im Rahmen des von der Europäischen Forschungskommission finanzierten Projekts REAL – A Post-Growth Deal mit Fragen zu Arbeit, internationalem Handel und ungleichen Handelsbeziehungen. Suryo hat einen Hintergrund in Entwicklungsökonomie und beschäftigt sich derzeit mit der Untersuchung von Ungleichheiten bei den Arbeitszeiten weltweit sowie mit arbeits- und makroökonomischen Maßnahmen zur Beseitigung von Ungleichheiten.
Die Anmeldung ist hier möglich.
Aus der diesjährigen Beschäftigtenbefragung der Bremer Arbeitnehmerkammer geht hervor, dass die Belastungen für Bremer Arbeitnehmer:innen zunehmen. Rund die Hälfte der Befragten geben an, dass dich zunehmender Stress negativ auf ihre Gesundheit auswirkt- vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 40%. Besonders betroffen sind dabei die sozialen Dienstleistungsberufe.
Neben fachlichen und technischen Anforderungen und wachsendem Zeitdruck stellt auch die private Sorgearbeit einen Stressfaktor für insbesondere weibliche Beschäftigte dar. Ein Anstieg derer, die in Teilzeit arbeiten ist auf hohe Arbeitsbelastung, familiäre oder gesundheitliche Gründe zurückzuführen und betrifft vorrangig Frauen.
Zudem leistet rund jede*r zweite Beschäftigte regelmäßig Überstunden und ein Fünftel stellt fest, dass diese selten oder gar nicht abgegolten werden.
Insgesamt zeigt sich dass die von der Bundesregierung initiierte Debatte um Arbeitszeit und Flexibilisierung bzw. der Angriff des 8-Stunden Tages an der Realität der Bremer Beschäftigten vorbei geht.
Alle Ergebnisse könnt ihr hier nachlesen.
Nach einem Vierteljahrhundert Schweigen ist Arbeitszeitverkürzung wieder in aller Munde: Viele Unternehmen führen die Viertagewoche ein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, die Gewerkschaften unternehmen neue tarifpolitische Vorstöße und immer mehr junge Leute wollen einfach nicht mehr so viel arbeiten - dafür aber sinnvoll und mit einer geschlechtergerechten Verteilung auch von Haus- und Sorgearbeit.
Den verschiedenen Facetten einer Arbeitszeitverkürzung, den Triebkräften und Bewegungen sie zu realisieren, gehen die Autor:innen des gleichnamigen Bandes aus Gewerkschaft, Wissenschaft und sozialen Bewegungen nach. Wir benötigen heute für die Herstellung notwendiger Güter nur noch etwa die Hälfte der Zeit wie im Jahr 1960, als noch 48 Stunden gearbeitet wurde; insofern könnte die Arbeitszeit heute sogar Richtung 20-Stunden-Woche tendieren.
Die Herausgeberinnen:
Margareta Steinrücke, Arbeits- und Geschlechtersoziologin (Schwerpunkte: Klasse & Geschlecht und Arbeitszeitverkürzung) in Bremen, ist aktiv in der Gewerkschaft und der Frauenbewegung sowie koordinierend in der Attac-AG ArbeitFairTeilen und dem European Work-Time Network.
Beate Zimpelmann ist Professorin im internationalen Studiengang Politikmanagement der Hochschule Bremen und Studiengangsleiterin des interdisziplinären Masters Nachhaltigkeitsmanagement, forscht und lehrt seit über 20 Jahren im Bereich der Arbeits- und Nachhaltigkeitspolitik.
Moderiert wird die Veranstaltung von Stefan Dietl. Er ist Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di in der Oberpfalz und publiziert regelmäßig zu sozial- und gewerkschaftspolitischen Themen. Zum Thema hat er kürzlich gemeinsam mit Kathrin Birner veröffentlicht: Mehr Zeit zum Leben, Lieben, Lachen. Über den Kampf um freie Zeit (Unrast-Verlag)
In Kooperation mit der Münchner Volkshochschule im Rahmen von Arbeit und Leben München.
Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per Mail.
Mittwoch, 8. Oktober 17 Uhr
Ort: Konferenzraum des Instituts für Politikwissenschaft an der Universität Wien (Universitätsstrasse 7/2, 1010 Wien)
Wir benötigen heute für die Herstellung notwendiger Güter nur noch etwa die Hälfte der Zeit wie im Jahr 1960, als noch 48 Stunden gearbeitet wurde; insofern könnte die Arbeitszeit sogar in Richtung 20-Stunden Woche tendieren. Arbeitszeitverkürzung bietet nicht nur Lösungen für eine Vielzahl von Herausforderungen, darunter Fachkräftemangel, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die dringend benötigte Klimawende, ohne die Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch neue Perspektiven. Ziel von Arbeitszeitverkürzung (AVZ) ist, Arbeit, Zeit und Einkommen umzuverteilen und damit ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Sie ist ein zentraler Baustein eines sozial-ökologischen Umbaus und einer geschlechtergerechten Umverteilung.
Die politische Debatte um Arbeitszeitverkürzung wird zur Zeit sehr kontrovers geführt. Während sie noch vor zwei Jahren in aller Munde war, wird in Deutschland und teilweise auch in Österreich seither über Arbeitszeitverlängerung von Seiten der Regierenden und der Arbeitsgeberverbände propagiert, um die sogenannte Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wiederzugewinnen. Gleichzeitig führen viele Unternehmen die Viertagewoche ein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und immer mehr junge Leute wollen einfach nicht mehr so viel arbeiten, dafür aber sinnvoll, und mit einer geschlechtergerechten Verteilung auch von Haus- und Sorgearbeit.
Den verschiedenen Facetten einer Arbeitszeitverkürzung, den Triebkräften und Bewegungen sie zu realisieren, gehen die Autor*innen aus Gewerkschaft, Wissenschaft und sozialen Bewegungen in dem Sammelband „Weniger Arbeiten, mehr Leben!“ (VSA: Verlag 2024) nach. Die beiden Herausgeberinnen stellen den Band in Wien vor.
Margareta Steinrücke ist Arbeits- und Geschlechtersoziologin in Bremen und aktiv in der AG ArbeitFairteilen von attac. Beate Zimpelmann ist Professorin für Politikmanagement und interdisziplinäres Nachhaltigkeitsmanagement an der Hochschule Bremen. Kommentiert wird der Vortrag der Autorinnen von Veronika Heimerl, Abteilung Sozialpolitik der Kammer für Arbeiter:innen und Angestellte (AK) Wien. Moderation: Ulrich Brand, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Für die tägliche Arbeitszeit gelten gesetzliche Grenzen. Die will die Bunderegierung jetzt einreißen. Alles, was Beschäftigte über bestehende Regelungen zu Nacht- und Sonntagsarbeit, Pausen, Ruhezeiten und Ausnahmeregelungen wissen müssen, sowie Argumente, die laut verdi gegen längere Arbeitstage und eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes sprechen, findet ihr hier.
Mit seiner aktuellen bundesweiten Kampagne "Mit Macht für die 8“ wirbt der DGB für die hohe Bedeutung des 8-Stunden-Tages bzw. des derzeitigen Arbeitszeitgesetzes für den Schutz der Beschäftigten, besonders in solchen Branchen, wo keine Tarifverträge gelten.
Nachdem der Senat einen Gesetzesentwurf zur Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von Beamt:innen von 40 auf 41 Stunden beschlossen hat, reagiert der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats Lars Hartwig mit einem offenen Brief an den Senat sowie den Senatsvorsitzenden Bovenschulte.
Darin weist Hartwig auf die vielschichtigen neuen Problemlagen hin, die auf die Beschäftigten zukämen und auch der Attraktivität Bremens als Arbeitgeber schaden würden.
Außerdem stellt er in Frage, ob die Senatspläne sich zur Bewältigung von Haushaltsdefiziten und Umsetzung von Produktivitätssteigerungen in der Verwaltung überhaupt eignen.
Auch die Personalräteversammlung des bremischen öffentlichen Dienstes fordert den Senat in einer Resolution "Arbeitszeitverkürzung schafft Zukunft" vom 18.09. auf, das Vorhaben zurückzuziehen.
Derweil sprechen sich auch die GEW, ver.di der dbb und die GdP klar gegen eine Erhöhung der Arbeitszeit auf 41 Stunden aus.
In einer aktuellen Petition, die sich an die Bremer Bürgerschaft und den Senat richtet, werden diese aufgefordert, die Erhöhung der Wochenarbeitszeit für Beamte auf 41 Stunden umgehend zurückzunehmen.
Stattdessen sollten Teilzeit-Modelle, Job-Sharing und die Vier-Tage Woche gefördert werden, um Beschäftigten, attraktive Flexibilisierung zu ermöglichen. Jede Form der Mehrarbeit sollte finanziell kompensiert und von standardisierter Arbeitszeiterfassung begleitet werden, insbesondere für Lehrkräfte.
Die Argumentation der Petition kann im Detail hier nachgelesen werden.
Bremen hat die bundesweit niedrigste Frauenerwerbstätigenquote. 2024 waren im Land Bremen 209.750 Männer, aber nur 175.008 Frauen berufstätig. Von der günstigen Arbeitsmarktlage der vergangenen Jahre profitierten Männer stärker als Frauen. Positiv ist jedoch, dass immer mehr Frauen sozialversichert arbeiten – und dass sie immer häufiger auf hochqualifizierten Positionen beschäftigt sind. Aber: Unverändert arbeitet weniger als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Vollzeit. Frauen ohne deutschen Pass sind in der Reinigung, dem Gastgewerbe und der Leiharbeit überrepräsentiert.
Weitere Ausführungen hier.
Im Fokus der jüngsten Auswertung der bundesweiten repräsentativen Beschäftigtenbefragung "DGB-Index Gute Arbeit" stand das Thema Arbeitszeit. Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Wünsche der Beschäftigten und Realität in diesem Bereich deutlich auseinandergehen. Nur 40% der Befragten sind mit ihren Arbeitszeiten zufrieden. Die gesamte Studie zum Nachlesen findet ihr hier.
In vier digitalen Qualifizierungsmodulen zu den Themen Arbeitszeit, Gesundheit & Stress, Pflege von Angehörigen und Weiterbildungen werden verschiedene Aspekte der Vereinbarkeit aus wissenschaftlicher und betrieblich- praktischer Perspektive beleuchtet. Anmelden könnt ihr euch hier.
Sind acht Stunden tägliche Arbeitszeit genug oder zu viel…? Wieviel Raum soll Arbeit in der Lebenszeit einnehmen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Bremer Arbeitszeitinitiative seit 20 Jahren. Los geht‘s um 15 Uhr mit einem Rückblick auf die Aktivitäten der letzten 20 Jahre, einer Diskussion und einem Quiz. Weiter geht‘s im dem gemütlichen Teil mit Essen, Getränken, Musik, kulturellen Beiträgen und angeregten Gesprächen. Alle an guten und menschenwürdigen Arbeitszeiten Interessierte sind herzlich eingeladen.
Die Feier findet im Forum Kirche, Hollerallee 75, 28209 Bremen, statt.
Die Anmeldung zur Feier findet ihr hier!
Am 04. September
2025
Donnerstag, 18:00 –
20:00 Uhr
Die ökologischen Grenzen von Arbeit
Arbeit schafft Waren, Dienstleistungen – und Emissionen. Doch wie viel Arbeit verträgt das Klima? Der Arbeitsforscher Philipp Frey hat 2019 im Auftrag des britischen Thinktanks Autonomy untersucht, wie viel Arbeitsstunden ökologisch nachhaltig wären. Seine Erkenntnis: Um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, müsste die Erwerbsarbeit drastisch sinken – in Deutschland auf nur wenige Stunden pro Woche. Seid dabei, wenn er seine Theorie vorstellt und diskutiert mit ihm über die ökologischen Grenzen von Arbeit.
Veranstaltungsort:
St. Ansgar-Haus
Bildungs- und Gästehaus des Erzbistums Hamburg
Schmilinskystraße 78
20099 Hamburg
Anmeldung:
Wir bitten um Anmeldung unter [email protected]
In dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung beleuchten wir Chancen und Risiken der Arbeitszeitverkürzung aus verschiedenen Perspektiven: ökonomisch, gesellschaftlich und individuell. Zu dieser Pro- und Contra-Diskussion haben wir mit Margareta Steinrücke von der Bremer Arbeitszeitinitiative eine Vertreterin für Arbeitszeitverkürzung und mit Dr. Oliver Stettes vom IW Köln einen Vertreter gegen Arbeitszeitverkürzung eingeladen, um beide Seiten zu hören und die Argumente gegeneinander abzuwägen.
Referent:innen:
Margareta Steinrücke, Soziologin und Autorin, Bremer Arbeitszeitinitiative
Dr. Oliver Stettes, Leiter Themencluster Arbeitswelt & Tarifpolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Moderation: Dr. Kathrin S. Kürzinger, Evangelische Akademie im Rheinland
Anmeldung unter folgendem Link: http://eair.info/le
Zugang erfolgt nach Anmeldung.
Teilnahme kostenfrei.
28. August, 18 Uhr:
Mit Nina Treu – Die 28-Stunden-Woche als entscheidender Baustein für Klimagerechtigkeit
Am 21. Juli 2025 von 18:00–20:00 Uhr spricht Prof. Dr. Kerstin Jürgens zum Thema:
„Zwischen Volks- und Kinderwagen: Auswirkungen der 28-Stunden-Woche auf Familienleben und Geschlechterverhältnis“.
Im Mittelpunkt stehen die sozialen Folgen der Arbeitszeitverkürzung bei VW in den 1990er Jahren und was wir daraus für die heutige Debatte lernen können. Wie verändert sich der Familienalltag? Wer nutzt den freien Freitag? Und wie steht es um die Gleichstellung?
Teilnahme-Link: https://vk.attac.de/b/arb-efg-xpe-11e
Wir sprechen mit Margareta Steinrücke über verblüffende Ergebnisse von Studien zur Arbeitszeitverkürzung, über ihre lange Erfahrung mit den Kämpfen für eine 35-Stunden-Woche und die Argumente, die schon damals dagegen angeführt wurden. Ist Arbeitszeitverkürzung die Lösung für Fachkräftemangel und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben? Den Podcasts gibt es hier!
Chancen der 4-Tage-Woche
Zunehmend mehr Arbeitnehmer*innen wünschen sich eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Mit ca. 80% der Beschäftigten in Vollzeit dominiert hierbei der Wunsch nach einer 4-Tage-Woche, so die Ergebnisse einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Haben tariflich Beschäftigte die Möglichkeit, wählen fast 60 Prozent »mehr Zeit« statt mehr Geld. Wir wollen in der Veranstaltung gemeinsam mit Stephan Krull einen Blick auf die neuesten Studienergebnisse werfen, das Pro und Contra abwägen, sowie Möglichkeiten der Realisierung und Chancen ausloten.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der "Hoffnungswoche", eines Projekts der Hauptbereiche der Nordkirche.
Mehr Infos zum Ort und Anmeldung finden Sie hier!
Weniger Arbeiten, mehr Leben! – Die neue Aktualität von Arbeitszeitverkürzung
Arbeitszeit ist wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Sie bietet nicht nur Lösungen für eine Vielzahl von Herausforderungen, darunter Fachkräftemangel, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die dringend benötigte Klimawende, ohne die Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch neue Perspektiven.
Sollen wir zukünftig mehr oder weniger arbeiten? Ist die 4-Tage-Woche ein Zukunftsmodell? Und wie lassen sich Arbeitszeiten sinnvoll gestalten, um Interessen von Beschäftigten und Arbeitgeber*innen gerecht zu werden?
Die Soziologin, Autorin und Koordinatorin der Bremer Arbeitszeitinitiative Margareta Steinrücke wird spannende Einblicke in die sehr unterschiedlich geführte Debatte geben und zu einer regen Diskussion anregen.
am: Do., 08.05.2025, 18:00-20:30 Uhr
in der: ver.di-Geschäftsstelle, Güterstr. 1, 26122 Oldenburg (Sitzungsräume, 1. OG)
gerne mit Anmeldung unter: [email protected]
Die Episode greift zentrale Themen wie die echten Vorteile einer Viertagewoche, die Erfahrungen aus empirischen Untersuchungen und praktische Beispiele aus Unternehmen auf. Dabei zeigt Margareta, wie innovative Arbeitszeitmodelle, wie beispielsweise die 28-Stunden-Woche, nicht nur dem Fachkräftemangel entgegenwirken, sondern auch zu einer nachhaltigeren Work-Life-Balance beitragen können. Den Podcast gibt es hier!
Qualifizierte Führungskräfte finden und binden ist aktuell eine der großen Herausforderungen und erzeugt großen Änderungsdruck bei Unternehmen. Unterschiedliche Karrieremodelle zu fördern – für alle Mitarbeitenden – ist Ziel von innovativen Personalstrategien.
Die Online-Veranstaltungsreihe der LABEW+ in Kooperation mit der Handwerkskammer Bremen richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortliche und Entscheidungsträger:innen aus Unternehmen. Die Bausteine bieten Ihnen die Möglichkeit Veränderungsprozesse konstruktiv anzugehen.
"Warum braucht es Equal Care in der Wissenschaft: Wie Sorgeverantwortung Forschung und Karriere beeinflusst"
Online- Workshop am Donnerstag, 06 März 2025 von 10.00 bis 11.30 im Rahmen des bundesweiten Equal Care Day
Referentin:
Dr. Wiebke Vogelaar: Promovierte Politikwissenschaftlerin, Coach und Autorin von "Schreiben trotz Care-Arbeit: Strategien für Mütter* in der Wissenschaft", 2024
Mehr arbeiten und Wachstum um jeden Preis: Mit der Angst vor Wohlstandsverlusten machen Rechte und Neoliberale erfolgreich Politik, auch im Bundestagswahlkampf zeigt sich das. Wie kann da eine progressive Gegenerzählung aussehen? In der Idee von Zeitwohlstand und den Kämpfen für eine Vier-Tage-Woche sehen Margareta Steinrücke und Beate Zimpelmann, Herausgeber*innen von "Weniger Arbeiten, mehr Leben", eine Vision, die verschiedene gesellschaftliche Spektren zu einer schlagkräftigen Allianz verbinden könnte. Im Dissens Podcast sprechen sie darüber, warum das Thema solidarische Arbeitszeitverkürzung ins Zentrum unserer Kämpfe für eine sozial-ökologische Transformation gehört.
Zum Podcast!
Hier kommt eine Sammlung von Argumenten die einen ersten Zugang zum Thema Arbeitszeitverkürzung geben und als Unterstützung in Diskussionen dienen.
„Nachhaltig kontrovers“ heißt die neue Talkshow der Nordwest Mediengruppe in Kooperation mit dem Lokalsender Oeins. In der dritten Folge geht es um das Thema „Vier-Tage-Woche und Fachkräftemangel - Arbeiten wir zu viel oder zu wenig?“. Als Gäste begrüßen die Moderatorinnen Svenja Fleig und Anke Brockmeyer die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Oldenburg, Verena Albrecht, und Prof. Dr. Beate Zimpelmann, Autorin und Professorin an der Hochschule Bremen.
Die wichtigsten archivierten Veranstaltungen der letzten Jahre finden Sie in unserem Archiv.
Alle Hinweise und Beiträge führen zu Veranstaltungen, die in den letzten Jahren von Mitgliedern der Bremer Arbeitszeitinitiative veranstaltet wurden oder unter ihrer Beteiligung stattgefunden haben oder zu Themen, zu denen wir Stellung beziehen.